KRANKHEITEN HUND

Mittelmeerkrankheiten beim Hund

Bei der Vermittlung von Auslandshunden sind auch die typischen Erkrankungen aus dem jeweiligen Gebiet zu beachten. Da wir ausschließlich aus der Türkei vermitteln, legen wir großen Wert darauf, unsere Pflege- und Endstellen aufzuklären. Unsere jahrelange Erfahrung (u.a. selbst als Hundehalter sog. „kranker Hunde“), unsere Arbeit mit anderen Vereinen und mit Tierärzten spiegelt sich in den unten genannten Auflistungen wieder und zeigt uns, dass nicht jede Suppe so heiß gegessen wie sie gekocht wird.

Nichts desto trotz ist es uns immens wichtig und vor allem ein wichtiger Bestandteil einer seriösen Vermittlung, dass Sie die Aufklärung erhalten, wir Ihnen dadurch Transparenz in der Vermittlung bieten und im Falle des Falles auch Beiseite stehen.

Der folgende Text ist nach besten Wissen und Gewissen zusammengestellt worden. Wir weisen darauf hin, dass bei Krankheiten immer ein Tierarzt zu Rate zu ziehen ist!

Vorbemerkung

Mittelmeerkrankheiten (MMK) ist ein Sammelbegriff für all die Krankheiten, die häufig in den Mittelmeerräumen und in klimatisch wärmeren Regionen anzutreffen sind. Diese Krankheiten werden über Zecken und Mücken übertragen, die es so noch nicht (häufig) in Deutschland gibt. Einige dieser Mücken- und Zeckenarten sind auch bereits in Deutschland, Holland oder der Schweiz nachgewiesen worden (Bsp. der Fall der Babesia in Bielefeld im April 2018 ¹). Dies muss nicht mit der Einfuhr betroffener Tiere in Zusammenhang stehen sondern auch nachweislich durch die klimatische Veränderung sowie unser Reiseverhalten.

Sollte ein Befund vorliegen oder entscheiden Sie sich bewusst für einen „kranken Hund“, so ist immer erst Ruhe zu bewahren und den Verein sowie den Tierarzt zu konsultieren. Öfters haben die Hunde einen erhöhten Titer ², jedoch keine Symptome. Viele Hunde bekommen im Laufe ihres Lebens überhaupt keine Medikation und leben mit diesem Wert in sich weiter (und wissen selbst nicht davon und sind sehr fröhlich:) ).

Lassen Sie sich daher nicht abschrecken, wenn wir Ihnen hier z.B. unsere „Leishis“ ans Herz legen. Wir vermitteln keine todkranken Hunde nach Europa!

Generell gilt und wir betonen immer wieder:


Ein infizierter Hund (also ein Hund mit positivem Titer) ist nicht gleich ein kranker Hund!


Wir empfehlen und raten unseren Adoptanten nach einer gewissen Zeit in Deutschland die Hunde dem sog. MMK-Test (Profil 2 mit EEP-Kurve) machen zu lassen. Aufgrund der Inkubationszeit und dem Stress des Umzugs in die „neue Welt“ geben wir als Richtwert ca. 6 Monate an. Fragen Sie aber auch Ihren Tierarzt. Dieser Test kostet je nach Tierarzt ca. 80-100 Euro.

Grundsätzlich werden unsere Hunde in der Türkei NICHT getestet. Das hat verschiedene Gründe, die wir Ihnen gerne auch nochmal in einem persönlichem Gespräch erläutern:

  • Inkubationszeit: Einige der MMK haben eine Inkubationszeit von bis zu 6 Jahren! D.h. auch nach 6 Jahren könnte man noch einen erhöhten Titer nachweisen. Zum Glück ist dies die Ausnahme. Daher empfehlen wir die Testung nach etwa 6 Monaten in Deutschland.
     
  • Junghunde: Welpen und Junghunden können einen Titer aufweisen, den sie von ihrer Mutter über die Plazenta bekommen haben ohne jedoch zu erkranken.
     
  • Schnelltests: Gibt es oft und werden leider zu oft verwendet. Sie sind sehr unsicher und haben eine hohe Fehlerquote.
     
  • Ansteckung: Der Hund kann an einem Montag den Test unterzogen werden und reist am Freitag aus. In der Zwischenzeit kann er jedoch gestochen oder gebissen werden oder etwas verschlucken. Dies kann sogar noch am Flughafen passieren! Seien Sie daher auch immer kritisch, wenn der Hund noch im Ursprungsland lebt und es heißt: Der Hund wurde negativ getestet.
     

Sollten wir bei einem unserer Hunden einen Verdacht hegen, lassen wir diesen selbstverständlich und unverzüglich vor Ort testen und schicken das Blut nach Möglichkeit in ein deutsches Labor.

Auf Wunsch testen wir auch Ihren ausgewählten Hund vor der Ausreise (auf Kosten der Adoptanten), um mehr Sicherheit zu erhalten. Trotzdem sollte dieser Hund nach der Eingewöhnung nachgetestet werden. Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Tierarzt und wiederholen Sie den Test zu gegebener Zeit.

 

¹ www.anicura.de/aktuelles/2018/babesiosefall-in-bielefeld/

² Titer = Konzentration von Antikörpern

 


Weiteres zum Thema Mittelmeerkrankheiten ist in Bearbeitung!