DETAILANSICHT

Helfen in unserer Auffangstation in Aksu

Auch Leila war 1 Woche in Aksu, um tatkräftig vor Ort zu unterstützen. Hier schildert sie ihre Erlebnisse.

Meine Woche in Aksu

Ich mache keinen Unterschied zwischen Lebewesen: Menschen und Tiere sind für mich gleichwertig. Mir ist bewusst, dass diese – für mich so selbstverständliche – Grundeinstellung nicht alle teilen. Aus diesem Grund habe ich mich dieses Jahr entschieden, dort zu helfen, wo Tiere besonders darauf angewiesen sind. Bei meiner aktiven Suche stellte sich heraus, dass eine Bekannte einer Bekannten schon mal in einer Auffangstation in der Türkei geholfen hat. Schnell war der Kontakt vermittelt und als ich dann mit mehreren Helfern und Vereinsmitgliedern ins Gespräch kam, stand fest: ich unterstütze Rosi und den „TSV Gemeinsam für Tiere“ in der Türkei.

Nur knapp einen Monat später, stand ich am Flughafen in Antalya und wurde von Rosi abgeholt. Meinen Koffer und verschiedene Spenden, die ich aus Deutschland mitgenommen hatte, fanden im Laderaum ihres Wagens Platz – gleich neben einem Hund. Diesen setzten wir an einer „Fütterungsstation“ aus. Rosi teilte mir mit, dass sie den Hund für ein paar Tage bei sich aufgenommen hatte, es ihm aber jetzt wieder prächtig gehe und er auf den Straßen von Aksu gut überleben würde. Leider ist es Rosi aufgrund des Platzmangels sowie verschiedener anfallender Gebühren zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, noch mehr Tiere aufzunehmen.

Unser Weg führte uns sodann in eine Tierklinik, wo wir erst ein paar Wochen alte Katzen mitnahmen, die Rosi im Vorfeld zur Untersuchung dort hingebracht hatte. Im Anschluss frühstückten wir noch eine Kleinigkeit und los ging es zur Auffangstation. Als ich das Eisentor öffnete, staunte und hörte ich nicht schlecht: soooo viele Hunde. Ich wusste natürlich, dass einige Tiere bei Rosi ein neues Zuhause gefunden haben, war von der immensen Anzahl dann aber doch überrascht. Dies blieb auch bei den Hunden nicht unbemerkt - hatten sie in mir doch einen neuen Spielgefährten gefunden, den man gleich ein wenig „herumschubsen“ konnte. Lange lies ich mir das nicht gefallen und das kam dann auch bei den Hunden an. Ein „Heyeyyy“ von Rosi und sie waren handzahm. Im gleichen Moment kam der Futterlieferant und ich half ihm, die 15-Kilo-Säcke Trockenfutter aus dem Auto zu hieven. Kaum angekommen, war ich also schon voll drin. Rosi zeigte mir noch kurz mein Zimmer in ihrem Haus und der Plan für die nächsten Tage stand: Tiere füttern und Exkremente aufsammeln/entsorgen, Hütten säubern und mit Flohmittel imprägnieren, Trinkschalen säubern etc.

Jeder Tag war gleich und doch wieder anders. So gab es auch ein paar Sonderaufgaben, wie Verbandswechsel bei einem Hund, Medikamentengabe oder auch Büroarbeiten, wie das Kopieren von Zertifikaten. An einem Tag haben wir Hunde vermessen – eine besonders spaßige Aufgabe…ist es doch viel schöner, abzuhauen oder mit uns zu spielen.

Auch waren wir auf den Straßen von Aksu unterwegs, um beispielsweise Welpen zu füttern. Ein besonders trauriger Anblick – eine Mutter mit ihren Welpen, die im Dreck zwischen Sperrmüll und Bauschutt leben muss. Schade, dass die kleine Familie aufgrund der mangelnden Kapazitäten aktuell nicht auf dem Hof einziehen kann. Schön, dass Rosi sich trotzdem um sie kümmert und jeden Tag rausfährt, um sie zu füttern und ihnen frisches Trinkwasser bereit zu stellen.
Rosi wird auf dem Hof, auf dem nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Esel, Pferde, Schwalben und Fische leben, von Fikret und Elif unterstützt. Ein tolles Paar, das gleichermaßen liebevoll im Umgang mit den Tieren ist als auch die nötige Strenge zeigen kann, falls erforderlich.

Zwischen all den Aufgaben, die diese Auffangstation jeden Tag aufs Neue mit sich bringt, ist natürlich eine die schönste, wenngleich sie für mich keine Aufgabe, sondern einen wunderbaren Nebeneffekt darstellt: den Tieren ein schönes Zuhause zu schenken und die Dankbarkeit zu spüren – Tag für Tag.

Damit es diese Auffangstation auch noch viele weitere Jahre geben kann, benötigen Rosi und ihr Team Hilfe. Ehrenamtliche Tätigkeiten, Sach- und oder Geldspenden, einem der Tiere ein neues Zuhause schenken (als Pflegestelle oder noch besser: dauerhaft) – jede Hilfe kommt an und wird dankbar angenommen!

Wir suchen händeringend nach Helfern für unserer Auffangstation in Aksu/Antalya. Wer also Lust & Zeit hat mit Tieren zu arbeiten und sich nicht scheut richtig anzupacken, der kann sich gern bei uns melden! info(at)gemeinsamfuertiere.de