DETAILANSICHT

Die Reise eines Tierschutzhundes

Wie läuft die Reise unserer Tiere in ihr neues Zuhause ab? Hier wird über Pauls Reise in sein ganz persönliches Glück und seine Entwicklung im neuen Zuhause berichtet.

Von der Auffangstation ins Traumzuhause

Nach der Fahrt von der Auffangstation in Aksu an den Flughafen heißt es erst mal Stress für die Fellnasen. Durch die Sicherheitskontrollen, ab in die Box und rein in den Flieger. Angekommen in Deutschland merkt man dann aber schnell, dass sie den Flug besser verkraften, als man denkt. Paul kauerte dennoch ziemlich in der Ecke seiner Flugbox und machte sich quasi unsichtbar .

Der gute Bub wusste natürlich nicht, wie ihm geschieht und was ihn nun tolles erwartet. Die Familie fieberte lange auf den Tag hin. In Pauls neuem Zuhause leben neben zwei Kater aus unserer Auffangstation auch Frauchen Hannah, Herrchen Alex und seine neue Schwester.

Auf den Bildern seht ihr Paul mit Frauchen, kurz bevor die Fahrt ins neue Leben startet. Zuhause wollte Paul erst mal seine Flugbox für den ersten Tag nicht verlassen. Das kennenlernen mit den beiden Katern war (wie man sieht) problemlos. Paul entspannte recht schnell und ließ sich bereits streicheln. Er hatte wohl einiges an Schlaf nachzuholen und machte erst mal ein Nickerchen. Das durfte er auch ganz in Ruhe. Zum Pipi machen ging es an dem Tag nur in den Garten. Nachts passierten dann trotz mehrmaligen Aufstehen, ein, zwei oder drei kleine Malheure in der Wohnung - eventuell bedingt durch die Bestechungswiener!

Aber alles halb so wild, er nutzte zumindest Teppich und Platten in der Küche, was zeigt, dass er sich durchaus Gedanken gemacht hat, wo er sein Geschäft erledigen kann. 

Entgegen der Erwartungen fand Paul die Tochter der Familie sofort toll, auch ein bald folgender Wutanfall war ihm total egal.

Der erste Gang in den Garten war spannend. Er bewegte sich keinen Meter, machte aber sein Geschäft. Treppen laufen war am ersten Tag noch nicht drin. Mittlerweile genoss er aber sogar die anfangs noch so unheimlichen Streicheleinheiten. Er taute schnell auf und schien zu begreifen, dass es ihm hier gut gehen wird.
 


-Teil II-

Der nächste Tag startete spannend. Im Garten verliefen die nächsten Versuche an der Leine zu laufen bereits deutlich besser. Heute ging es auch auf zum ersten Spaziergang, das hat er super gemeistert. Er findet alles noch sehr aufregend, aber sucht den Kontakt zu seinen Menschen und überwindet so auch gruselige Dinge. Die Kaninchen findet er äußert interessant. Wenn er dort nicht hin darf, zeigt er seinen Unmut, indem er seine Leine durchbeißen möchte. Ein richtiges Pubertier eben!

Paul taut nach und nach auf, er fängt an zu spielen und startet bereits mit einigem Schabernack. Die Spielsachen, die so rumliegen, sind äääußerst interessant.. so ein Hund kann einen doch zum aufräumen bringen. Kinder scheint er sehr gerne zu mögen. Auf Schritt und Tritt verfolgt er die Tochter der Familie. Er ist tatsächlich auch einer der wenigen „Aksulaner“, der Talent zum Apportieren zu haben scheint.

Wenn man sein Spielzeug wirft, geht er es schnell wieder holen und bringt es zurück ins Körbchen.. wenn auch ein etwas genervtes Schnauben dabei ist und er sein Kuscheltier am liebsten wohl behütet im Körbchen liegen hat.
 


-Teil III-

Fazit Nacht 2: Herr Paul hat um Punkt 1 Uhr Laras Zimmer unter Wasser gesetzt, nachdem er 5 mal die Treppe getestet hat. „War aber definitiv meine Schuld“.. Paul hat in der Nacht tatsächlich das Treppen laufen gelernt, Hintergrund war augenscheinlich, dass er Pipi musste und rufen wollte. Da er sich immer wieder, wenn sie aufstand vom Zimmer wegbewegte, wurde es falsch interpretiert. Also Memo an alle Besitzer: am Anfang lieber bei jedem Gewinsel aufstehen!

Ablauf nun geändert und alle 2-3 Stunden zum Pipi machen in den Garten... ja, das kann so anstrengend sein, wie ein Baby (zum Glück nicht so lange). Alles in allem fühlt sich Herr Paul schon wie Zuhause. Er fängt an, Unsinn zu bauen, ganz Straßenhundtypisch den gelben Sack auszuleeren und noch mehr Schabernack:)

Heute ging es los zum ersten Spaziergang mit einem anderen Hund. Ja, dazu haben sie die bekloppte Fenja ausgesucht, die liebt ja alles und jeden und zeigt das auch ganz gerne. Da hatte Paul anfangs schon die Hosen voll.. aber er orientiert sich hier schon ziemlich an Frauchen, das ist super. So konnten sie gemeinsam seine Angst überwinden. Nachher wollte er dann mit Fenja spielen. Aber typisch Frau- am Anfang versemmelt, wird das jetzt auch nichts mehr - das musst du dir früher überlegen, Paul. 

An der Leine läuft er super- noch- mit Training wird das auch so bleiben! Mit den Katzen zuhause klappt es auch immer besser. Zum Abend wollte Paul sich nochmal auf den Balkon setzen, um sein Geschäft zu erledigen- aber Herrchen ist von der flinken Sorte und hat ihn schnell in den Garten geschickt. Dort hat er dann auch gemacht. Wir sind auf dem richtigen Weg:)
 


-Teil IV-

Paul hat trainiert und hat es fast verstanden, dass man sein Geschäft draußen erledigen sollte. Zuhause wird’s immer lustiger mit ihm. Nichts ist mehr sicher. Er hat Junghundtypisch jede Menge Unsinn im Kopf. 

Paulchen hat mittlerweile schon einige Hundekumpels getroffen. Nach dem Treffen mit klein Oskar war Frauchen verunsichert. Das anfängliche Knurren, bellen, Zähne fletschen- was genau wollte Paul damit ausdrücken ? War es aus Angst, wollte er sie verteidigen, hatte er einfach keine Lust auf den anderen Hund?

Der erste eigene Hund ist schon etwas spannendes und bedeutet, auch selbst dazu zu lernen. Hannah hat das so wichtige Detail verstanden und ist gerne bereit dazu. Also meldete sie sich und das nächste Treffen machten wir zusammen. Hier zeigte sich schnell, dass Paul einfach nur verunsichert war und versuchte durch knurren Oskar auf Abstand zu halten. Mit dem Augenmerk auf den richtigen Details war aber auch das schnell geklärt. 

Es ist so wichtig, dass man die Sprache der Hunde lernt, um genau in solchen Situationen Missverständnisse zu vermeiden.

Mit diesem Foto verabschiedet sich Paul nach seiner Ankunft in Deutschland. 

Paulchen entpuppte sich als kleiner Streber. Mit einigen „Baustellen“, wenn man es so nennen möchte, kam er hier an. 

Er war anfangs sehr zurückhaltend, da war Selbstdisziplin gefragt, dass man ihn nicht bedrängt, er ist Neuem gegenüber oft ängstlich, hier muss man ihm Sicherheit geben und Geduld zeigen. Er ist anderen Hunden gegenüber anfangs ebenfalls sehr unsicher, hier heißt es, ihn lesen zu lernen und entsprechend reagieren zu können. Trainieren, dass er stubenrein wird ist ebenfalls manchmal nervenaufreibend. 

Aber neben den so oft genannten negativen Sachen, macht er so viele Sachen so toll. Er fährt gerne im Auto mit, er mag Kinder, er vertraut seinen Menschen bereits jetzt unglaublich. Wenn man sich auf das Tier, seine Geschichte einlässt, bekommt man einen Freund fürs Leben. Man muss nur selbst bereit sein, an sich zu arbeiten! 

Wir sagen DANKE an diese tolle Familie! 
Danke fürs adoptieren, statt kaufen!  
Danke, dass ihr bereit seid, gemeinsam mit eurem Hund zu lernen! 
Danke, dass ihr versteht, dass er Zeit braucht!
Danke, dass ihr nicht unmögliches von ihm erwartet! 
Danke, dass ihr ihm dieses tolle Zuhause schenkt!

Wir wünschen euch viele tolle gemeinsame Jahre!:)