DETAILANSICHT

Besuch der Auffangstation in Aksu - Juni 2018

Wir hatten Besuch von 2 sehr lieben Helferinnen in der Auffangstation, die ihren Besuch wie folgt zusammen fassen.

Wenn man sich im Social Media umschaut stolpert man zwangsläufig über Auslandstierschutz. Man liest und hört, dass die Tierschützer an ihre Grenzen gehen, finanziell sowie emotional. Und doch hat man keine Idee, wieviel Schweiß und Tränen wirklich dahinter stecken...

Alles was wir bis jetzt vom Auslandstierschutz kannten, waren die Transporter aus Rumänien, die nach Deutschland (unter anderem zu uns) kamen, um Straßenhunde und -katzen zu ihren neuen Besitzern zu bringen. Doch bis dahin muss man erstmal kommen... und was das für ein weiter Weg ist haben wir erfahren, als wir Rosi im Juni für (leider nur) fünf Tage besuchten.

Am Flughafen in Antalya gelandet wurden wir und unsere (mit Spenden bepackten) Koffer von Rosi abgeholt. Ein weißes Auto sollte es sein, so wie jedes andere Auto dort, wie wir feststellen mussten. Schon auf dem Weg zur Auffangstation hielten wir an einem Waldstück neben einer vielbefahrenen Straße, in dem Rosi ein Rudel von Welpen plus Mama versorgte.

Angekommen in der Auffangstation warteten bereits die nächsten 200 Hunde sowie Katzen, Pferde, Esel und Mulis auf uns. Fast alle Hunde flehten einen um Aufmerksamkeit an - die einen auf eine sanfte Weise, die anderen mit vollem Körpereinsatz. Es gab nur wenige, die den Kontakt mit Menschen scheuten. Rosi zeigte uns unsere Wohnung (die wir uns mit einem kleinen, verrückten Katzenkind teilen durften) und die Station.

Unsere Aufgabe sollte es sein, die Tiere zu betüddeln. Wenn wir Lust haben, können wir auch ein Gehege aufräumen oder neue Liegeplätze schaffen - aber hauptrangig die Tiere bespaßen. Dass so ein lockerer Tag in Aksu nicht möglich ist, bemerkten wir schnell. Rund um die Uhr gab es Dinge zu erledigen, Medikamente zu verteilen, Gehege zu säubern, die ängstlichen Baumarbeiter zu „schützen“. Kaum hat man eine Aufgabe begonnen, kam ein Notfall dazwischen. Rosi war im Dauereinsatz. Mittags kurz was gegessen, ging es weiter. Die Arbeit nahm kein Ende, den Tag im Voraus zu planen lohnte sich kaum - kam doch eh alles ganz anders. In der Stadtverwaltung lag ein halbtotes Kätzchen - unsere Hilfe kam zu spät. Rechtzeitig waren wir beim Hund der Nachbarin, um ihn von seinen Ketten zu befreien und ihm endlich Wasser und Futter vorsetzen zu können. Die Welpen, die wir auf unserer Hinfahrt besucht hatten, mussten entwurmt und gegen Flöhe behandelt werden - gar nicht so einfach bei 11 scheuen Welpen in einem riesigen Waldstück. Nicht zu vergessen unser kleines Kätzchen, deren Augen 5x täglich behandelt werden mussten.

Die Tage waren schneller vorbei, als wir gucken konnten. Es war viel Arbeit und auch viel Leid, was man auf den Straßen sah - doch wenn man am Abend mit einem schlafenden Hund im Arm auf dem Boden saß und generell sah, wie sehr die Tiere die Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten genossen, war es uns das wert.

Sechs Hunde konnten während unserem Aufenthalt bei Rosi in ihr neues Heim reisen - alle anderen Tiere sehnen sich noch nach diesem Tag. Es war eine anstrengende, aber wunderbare Zeit in Aksu - wir freuen uns schon sehr auf unsere nächste Reise!

PS: Wer uns vor Ort unterstützen möchte kann gern Kontakt mit uns aufnehmen! Unter Tel. 0521 - 94937419 oder per Mail  info(at)gemeinsamfuertiere.de erreichen Sie uns:)

PS 2: Das "Kuschelmonster" auf Bild 2 ist Duke. Er sucht noch seine Menschen! Hier gibt es weitere Infos über den anhänglichen Kerl:)