BESUCH IM MÄRZ 2018

Besuch im März 2018

Ein Bericht von Peggy und Nadine ❤️ über den Besuch unserer Auffangstation

Wir gehen entlang der Klippen, der Wind weht, aber es sind angenehme 25 Grad. Die Sonne wirkt wie eine Kur, es ist schließlich Februar und ich habe die letzten Wochen nur Regen und Wolken gesehen. Der Wechsel tut mir gut- Und gleichzeitig auch nicht.

Ich sehe Menschen, Kinder, die spielen. Ich rieche Essen und höre entfernt Musik. Ich sehe Hunde und Katzen, die sich sonnen und die um Essen betteln. Die direkt am Spielplatz liegen oder ebenfalls entlang des Weges trotten. Der Wechsel tut mir gut- Und gleichzeitig auch nicht.  
Mir wird bewusst, dass ich wieder „hier“ bin. Hier, wo es anders ist- und gleichzeitig auch nicht.

Wir kommen an. Und werden stürmisch begrüßt. Endlich Abwechslung, endlich eine Hand, die uns anfassen könnte. Aber auch Misstrauische Blicke aus Hütten, Hunde, die weglaufen. Und wir Zwei, die schwere Koffer schleppen und gespannt sind, was die nächsten Tage folgt. Es tut mir gut- Und gleichzeitig auch nicht.  

Es gibt kein langes fackeln, ein klitzekleines bisschen weiß ich nun wie es abläuft. Gummistiefel an, auf „Anweisung“ warten und los geht’s. Teppich reinigen, misten, den Arbeitern beim streichen helfen. Nebenbei ein Foto. „Hey Peggy, lach mal! Süß, der Hund da.“ „Ja, der ist wirklich süß.“ Und die anderen 30 um uns herum? Ja, auch alle süß, aber Mensch tut uns leid, wir haben so viel zu tun! Keine Zeit gerade! Es tut uns gut- Und gleichzeitig auch nicht.  

Am nächsten Tag wissen wir schon was uns erwartet. Gummistiefel an und weiter geht’s. Wir haben ein eigenes Projekt aufgetragen bekommen. Wir können eigenverantwortlich arbeiten und könnten das zu zweit in unserer Woche schaffen. Könnten. Wenn nicht „mal eben“ was dazwischenkommt. Was „mal eben“ öfters passiert. So viele Gesichter, so viele Nasen. Wer darf mit? Wer soll mit? Warum nicht alle?? Die Arbeit ist anstrengend, aber es tut gut- Und gleichzeitig auch nicht.  

Es wird Zeit alle Tiere durchzuchecken. Ohren. Entwurmung, Entflohung. Waaaas?! Bei knapp 200 Hunden? Ach, Katzen ja auch noch. Ach, und Pferde und Esel auch. Stimmt, wenn dann alle. Es herrscht etwas Chaos, wir stehen blöde rum. Und dann funktioniert es plötzlich. Du das Halsband, ich die Ohren. Wenn komplett, dann markieren. Dann den nächsten und den nächsten. Nicht reden, machen! Und wir funktionieren einfach. Wir sind k.o. Wir haben nicht alle Tiere geschafft, obwohl noch eine Helferin da war. Die Arbeit, die Umgebung, alles, es tut so gut- Und gleichzeitig auch nicht.  

Der letzte Tag. Unsere Tiere werden fertiggemacht. Es regnet. Wir können weitermachen, im Stall ist es regengeschützt. Schleifen, saubermachen, streichen. Ach und noch schnell Besorgungen, ach und die Katzen. Und schon ist es abends und wir müssen zum Flug. Es geht alles gut, wie eigentlich immer. Aufregung. Müdigkeit. Der Aufenthalt tat wieder gut - Und gleichzeitig auch nicht. 

Im Februar diesen Jahres besuchten meine Freundin Peggy und Ich unsere Auffangstation vom Verein TSV Gemeinsam für Tiere e.V. Wir konnten hoffentlich so einiges helfen, hoffentlich jeden Hund einmal irgendwie beachtet haben, hoffentlich einfach was Gutes getan haben. Und gleichzeitig auch nicht- denn das Gefühl bleibt, dass irgendwo doch jemand lag, der noch zu viel Angst hatte. Der doch schon zu schlimmes erleiden musste, um uns und sich überhaupt eine Chance zu geben.

Wir haben unsere Station nicht verlassen, dort wo die Hunde es so guthaben, dass es keine Gewalt und kein Hungern gibt. Wo sie nicht komplett allein sind, wo sie nicht frieren müssen… und trotzdem ist es so befremdlich, weil es eben bei uns in DE so anders läuft. Und jeder(!!) kann da was dran rütteln. Unterstützt uns, den Verein, die Auffangstation, die Tiere vor Ort und natürlich Rosi, die all das jeden Tag hat. 
Ich sage Euch … dieser Wechsel tut gut- Und gleichzeitig auch nicht. 

"Wenn alle Tiere, die umsonst gelitten haben,
im gleichen Moment schreien würden,
würde eine unglaubliche Katastrophe die Welt verwüsten,
und die wenigen überlebenden Menschen würden taub
und im Wahnsinn umherirren."
( follia )